Fan-Treffen in Oldenburg

Zahlreiche Fanszenen debattieren über Fanrechte
Artikel vom 22. Juni 2026
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Schon seit 2005 streiten die Beteiligten von „Unsere Kurve“ (UK) für die Rechte und Interessen von Fußballfans in ganz Deutschland. Bei diesem Verein handelt es sich um einen bundesweiten Dachverband lokaler Fanorganisationen diverser Fußballvereine.
Aktuell repräsentiert UK über seine Mitglieder eine mehr als sechsstellige Anzahl an Fußballfans. Darunter befinden sich solche, deren Vereine am Europapokal teilnehmen, genauso wie Fans, die sich mit ihrem Verein in der viertklassigen Regionalliga wiederfinden. Dazu gehören auch die Vertreter*innen aus der Fanszene des VfB Oldenburg, die sich seit einigen Jahren in dem bundesweiten Fanverband engagieren und nun erstmals das alljährlich im Sommer stattfindende Bundestreffen ausrichteten.
Bereits am Donnerstag machte eine Podiumsdiskussion den Auftakt zu diesem Wochenende, das sich ganz um das Thema Fanrechte drehte. Besetzt war das Podium mit dem UK-Vertreter Thomas Kessen, der bereits mehrfach als Stimme der Fans in den Medien vertreten war, und der Konfliktforscherin Stephanie Moldenhauer, die für die „KOMPETENZGRUPPE FANKULTUREN UND SPORTBEZOGENE SOZIALE ARBEIT“ tätig ist. Unter der Moderation von Christian Maaß, der sich in der Fan- und Förderabteilung des VfB Oldenburg engagiert, wurde hier über Meilensteine in der Entwicklung von Fanrechten diskutiert und über die Herausforderungen der Gegenwart gesprochen.
Am Freitagabend trafen dann die Vertreter*innen von den Fanorganisationen aus ganz Deutschland ein und stimmten sich zunächst informell auf das anstehende Wochenende ein.
Getrennt in den Farben, geeint in der Sache Dabei treffen auch Fans aufeinander, deren Vereine und Fanszenen in tiefer Abneigung verbunden sind. Das gemeinsame Interesse, den Fußball so zu erhalten, wie er ist, und dahin zu entwickeln, wie er sein sollte, sorgt jedoch dafür, dass kleine Seitenhiebe hier der höchste Ausdruck der Rivalität sind.
Im Allgemeinen geht es bei den Treffen darum, den Fußball und dessen Fankultur als Kulturgut zu bewahren und sich den wiederholenden Angriffen auf die Rechte von Fußballfans entgegenzustellen. Angesichts dessen, was im Vorfeld der letzten Innenministerkonferenz der Länder in den Raum gestellt und zum Teil auf den Weg gebracht wurde, nahm dieses Thema selbstredend einen gehörigen Platz in den Diskussionen am Samstag ein. Unvergessen ist an dieser Stelle die Demonstration, die mehr als 20.000 Fußballfans dazu bewegte, sich gemeinsam dagegen aufzulehnen. Daneben gehört es jedoch auch zu einer guten Tradition, dass man sich bei den Bundestreffen über die neuesten Entwicklungen und Probleme an den diversen Standorten austauscht, Erfahrungen miteinander teilt und die Vernetzung vorantreibt.
Aus Oldenburg wurde dabei vor allem über den jüngst gefassten Beschluss über die Vergabe des Auftrags zum Bau eines neuen Stadions berichtet. Eine politische Entscheidung, die ebenfalls eng von zivilgesellschaftlichem Engagement begleitet wurde – wobei sich auch Fußballfans immer wieder konstruktiv in die Debatte einschalteten. Der jahrelange Austausch mit den Fans anderer Vereine aus ganz Deutschland war hier nicht abträglich. Zudem wird an diesem Beispiel deutlich, dass Fußball nicht nur dann einen Platz in der Politik – und umgekehrt – einnimmt, wenn sich Politiker*innen im Lichte sportlicher Erfolge sonnen wollen. Frei nach Bill Shankly geht es im Fußball nicht nur um ein Spiel, nein, es ist viel ernster!
