Duell der Top-Torjäger

VfB Oldenburg erwartet Kickers Emden

Artikel vom 9. Oktober 2026

Der Vorbericht wird präsentiert von:

    Oldenburg/fs. Auf den ersten Blick könnte man geneigt sein, beim Aufeinandertreffen zwischen dem VfB Oldenburg und dem BSV Kickers Emden von einem traditionsreichen Duell zu sprechen. Tatsächlich ist der nachbarschaftliche Vergleich ein eher jüngerer aus der Kategorie „Derby“. Weniger brisant, weniger spannend und weniger reizvoll ist es deshalb allerdings nicht, ganz im Gegenteil. Zumal das Spiel auch ein Duell der Top-Torjäger ist. Für den VfB Oldenburg hat Mats Facklam schon 14 Treffer erzielt, Luc Ihorst war für Kickers Emden 12-mal erfolgreich.

    Das Spiel zieht die Fans im Nordwesten in seinen Bann. Mehr als 4.000 Zuschauerinnen und Zuschauer werden am Sonntagnachmittag erwartet. Gut möglich, dass die Kulisse dann sogar einen neuen Höchstwert für diese Saison darstellt. Stimmungsvoll wird es in jedem Fall und mehr noch, denn beide Mannschaften werden alles tun, um dieses Derby, das als Pflichtspiel erst zum 31. Mal angepfiffen wird, zu gewinnen.

    Die Voraussetzungen sind allerdings ein wenig anders als noch in der vergangenen Saison. Seinerzeit standen zahlreiche Spieler im Kickers-Kader, die zuvor auch schon für den VfB Oldenburg am Ball und entsprechend „heiß“ auf das Spiel gegen die Blauen waren. Doch der Kader wurde im Sommer verändert. 14 neue Spieler wurden an den Dollart geholt, zudem verpflichteten die Verantwortlichen mit Björn Lindemann auch einen neuen Trainer, der zuvor den SSV Jeddeloh II zur besten Saison seiner Regionalligageschichte geführt hatte.

    Heute hat mit Fabian Herbst nur noch ein Emder Spieler eine VfB-Vergangenheit. Der angehende Pädagoge, mittlerweile Kapitän und in der Verteidigung der Kickers längst unverzichtbar, wurde in der Jugend des VfB ausgebildet und spielte zwischen 2019 und 2024 in der Regionalliga und der 3. Liga für die Blauen. Anzunehmen ist, dass er die Emder auch am Sonntag als Kapitän anführen wird.

    Herbst ist eine der personellen Konstanten in der Mannschaft von Björn Lindemann, deren Findungsprozess noch nicht ganz abgeschlossen ist. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen. Mit einem 4:4 beim HSC Hannover starteten die Kickers in die Saison und es sollte auch in den folgenden Wochen häufig torreich zugehen, etwa beim 2:5 in Norderstedt oder einem 4:2-Pokalsieg bei der SV Drochtersen/Assel.

    Bis zum 7. Spieltag mussten die Emder Fans warten, ehe sie in der Liga erstmals jubeln durften. Beim Bremer SV gewannen die Kickers 3:2 und ließen dem ersten Dreier ein 4:1 über den SSV Jeddeloh II folgen. Das muntere Auf und Ab fand seine Fortsetzung mit einem 2:8 in Drochtersen und einem 5:0 über die FSV Schöningen. Zuletzt unterlagen die Emder dem SV Todesfelde sicherlich überraschend mit 1:2. Das derzeitige Torverhältnis von 32:32 passt da ins Bild.

    Doch so unterschiedlich die Ergebnisse auch ausfallen, im Derby wird das keine große Rolle spielen. Unmittelbar nach dem Abpfiff gegen Schöningen unterstrichen die Fans lautstark, welche Bedeutung das Spiel beim VfB für sie hat.

    Björn Lindemann favorisierte zuletzt eine taktische Ausrichtung im 4-2-3-1-System. Im Tor bekam mehrheitlich Luca Petzold den Vorzug. In der Viererkette sind Sandro Plechaty auf der rechten und Toshiaki Miyamoto auf der linken Außenbahn gesetzt. Zentrale Fixpunkt ist Fabian Herbst, an dessen Seite regelmäßig der erst 19-jährige Ole Kühling verteidigt.

    Im Mittelfeld bieten sich dem Trainer verschiedene Optionen. Gegen Todesfelde kehrte der zuvor Rot-gesperrte Peer Mahncke zurück. Bogdan Shubin dürfte hier ebenso zum Einsatz kommen und auch Matti Tjarden hofft auf eine Nominierung für die Startelf, wobei das auch für Jannes Warnken gelten dürfte.

    Eher offensiv ausgerichtet sind Nick Stepantsev und Semin Kojic, wenngleich der zentrale Fixpunkt im Angriffsspiel Luc Ihorst heißt. Der vom VfL Osnabrück verpflichtete Stürmer ist mit derzeit 12 Treffern der Top-Torjäger der Emder, der meist als zentrale Spitze aufgeboten wird. Sollte Lindemann im Marschwegstadion eine noch offensivere Variante wählen, wäre Theo Schröder dabei, der zentral oder auch außen angreifen kann, zuletzt aber leichte muskuläre Probleme gehabt hat.

    Der VfB wird im Vergleich zu den letzten Spielen personell umstellen müssen. Marc Schröder ist nach seiner fünften gelben Karte gesperrt. Nico Mai und Kai Pröger waren nach dem Spiel in Flensburg angeschlagen. Leon Deichmann hat sich verletzt. Dafür kehrt Nico Knystock nach abgelaufener Gelb-Sperre zurück.

    Rund ums Spiel:

    • Das Derby stößt auf große Resonanz. Bis zum Donnerstag waren im Vorverkauf bereits 2.600 Tickets verkauft.
    • Das Stadion öffnet um 13.30 Uhr. Der Gäste-Eingang wird bereits um 13 Uhr geöffnet. Erwartet werden bis zu 500 Fans aus Emden.
    • Wer an der Tageskasse nicht lange warten möchte, kann sich jederzeit online seine Eintrittskarte kaufen. Die Tickets gibt es hier: Tickets - VfB Oldenburg
    • Rund um das Stadion kommt es zu Einschränkungen. Die Autobahnabfahrt Marschweg und der Marschweg werden ab circa 13 Uhr für den Pkw-Verkehr gesperrt.
    • Thema Regionalliga-Reform: Die Fans werden ihre Meinung auf Bannern ausdrücken und zu Beginn des Spiels wird ca. 1 Minute lang der Ball zwischen den Mannschaften hin- und her gespielt
    • Schiedsrichter ist am Sonntag Benjamin Schmidt, dem Tim Otto und Niklas Schumann assistieren werden.
    • Das Wetter wird herbstlich. Die Vorhersage geht von sieben Sonnenstunden aus, die Temperaturen bis 13 Grad mit sich bringen. Es kann ab und an ein wenig regnen.