VfB feiert hohen Derbysieg

Sonntag, 11. Oktober 2026 · 15:00 UhrRegionalliga Nord, 13. Spieltag

Schiedsrichter: Benjamin SchmidtLinienrichter: Tim Otto, Niklas Schumann

Zuschauer: 4.347

90

Oldenburger schlagen Kickers Emden 4:0

Spielbericht vom 12. Oktober 2026

Der Spielbericht wird präsentiert von:

    Oldenburg/fs. Am Ende wurde es sehr deutlich. Mit 4:0 hat der VfB Oldenburg das Derby gegen Kickers Emden gewonnen. Vor 4.347 Zuschauerinnen und Zuschauern trafen Dominik Kasper, Mats Facklam, Leon Demaj und Rafael Brand zum verdienten Sieg für die Blauen, die nach dem Schlusspfiff von ihren Fans gefeiert wurden.

    Der muntere Kick sollte einen überaus ruhigen Beginn nehmen. Nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Benjamin Schmidt passierte anfänglich nämlich gar nichts. Beide Vereine hatten sich der bundesweiten Protestaktion für eine Reform der Regionalligen angeschlossen und zeigten vor dem Spiel nicht nur ein großes Transparent mit dem Slogan „Meister müssen aufsteigen“, sondern ließen auch eine Spielminute verstreichen, ehe ein munterer Kick seinen Anfang nehmen sollte.

    Trainer Dario Fossi hatte im Vorfeld durchaus einiges zu tüfteln, denn es war eine personell eher spärliche Gruppe, die er nominieren konnte. Leon Deichmann hatte sich im Spiel bei Weiche Flensburg verletzt, Linus Schäfer wiederum im Training eine erneute Verletzung davongetragen, zudem fehlte Marc Schröder aufgrund einer Gelbsperre, so dass sich die Liste der Ausfälle entsprechend verlängerte.

    Die Leistung des VfB blieb davon allerdings unberührt. Die Oldenburger erwischen einen guten Start und hätten früh in Führung gehen können. Nico Knystock hatte den Ball perfekt hinter die Emder Abwehrkette gespielt, Mats Facklam war durch, scheiterte aus vollem Lauf allerdings an Emdens Torhüter Luca Pätzold (11. Spielminute).

    Drei Minuten später hatten die Blauen erneut die Führung auf dem Fuß. Nach einem Freistoß kam Nick Otto im Strafraum zum Abschluss, zielte aber knapp am linken Pfosten vorbei. Die Idee des VfB, aus einer defensiven Kompaktheit heraus über Umschaltmomente Gefahr zu entwickeln, ging auf, denn die Oldenburger setzten mit Tempo immer wieder Nadelstiche. So auch in der 20. Minute. In höchster Not konnte Fabian Herbst gegen den heranstürmenden Kai Pröger zwar klären, doch der Emder Kapitän blieb dabei im Rasen hängen und zog sich eine Verletzung zu, die sein weiteres Mitwirken unmöglich machte. Ole Christian Kühling ersetzte den Ex-Oldenburger nach 21 Minuten.

    Es sollte eine gute halbe Stunde dauern, ehe die Emder, von 600 Fans unterstützt, erstmals gefährlich wurden. Nach einem Angriff über die linke Seite kam Bogdan Shubin im Strafraum frei zum Abschluss, setzte den Ball aber zum Entsetzen seiner Mitspieler über das Oldenburger Tor. Wenig später zielte Theo Schröder wuchtig auf den VfB-Kasten, doch Jhonny Peitzmeier hatte keine Mühe, den Ball abzuwehren (35.).

    Eben das gelang auch seinem Gegenüber, nachdem Mats Facklam zum Abschluss gekommen war. Wenig später lag der Ball dann tatsächlich im Tor der Gäste, doch der Oldenburger Torjäger hatte im Abseits gestanden (41.). Mit dem torlosen Unentschieden wollten in dieser Phase aber vor allem die Oldenburger nicht in die Halbzeit gehen und erhöhten nochmals die Schlagzahl.

    Ein Schuss des agilen Kai Pröger wurde zur Ecke abgefälscht und die sollte Folgen haben. Vjekoslav Taritas brachte den Ball perfekt nach Innen, Dominik Kasper war mit dem Kopf zur Stelle und traf zum 1:0 ins lange Eck (42.).

    In der Nachspielzeit hätte es für Emden doch unangenehmer werden können. Jamil Husahm Wahied Najjar, bereits seit der 14. Minuten mit Gelb belastet, leistete sich ein weiteres taktisches Foul an Nick Otto. Der Schiedsrichter allerdings zückte nicht zum zweiten Mal Gelb, so dass Emdens Trainer Björn Lindemann in der Halbzeitpause direkt reagieren und Najjar auswechseln konnte.

    Dass es im zweiten Durchlauf noch etwas hitziger werden könnte, zeichnete sich auch schnell ab. Peer Julian Mahncke kassierte in der 50. Minute die gelbe Karte und wenig später war das Spiel für ihn dann vorbei. Vjekoslav Taritas war im Mittelfeld gefoult worden und eben das lastetet der Schiedsrichter der Emder Nummer 5 an. Der war fassungslos und seine Mitspieler nicht weniger, denn ihrer Meinung nach hatte der eingewechselte Jannes Warnken das Foul begangen.

    Während Mahncke Richtung Bank stapfte, kam es vor der Oldenburger Bank zu einem Meinungsaustausch. Najjar hatte sich zu Wort gemeldet und infolgedessen hatte der Ball kurz Pause. Am Ende eines Meinungsaustausches der Schiedsrichter gab es Geld für Oldenburger Nico Knystock, der etwas zu ambitioniert an die Seitenlinie geeilt war, und überraschend die rote Karte für Fabian Herbst (54.).

    In Überzahl drängte der VfB auf die Vorentscheidung und die gelang kurz darauf, denn Mats Facklam erhöhte nach einer guten Stunde mit dem Kopf auf 2:0. Während der VfB sich anschließend zurückzog, die Führung verwalten und mit einem dritten Tor das Spiel entscheiden wollte, warfen die Kickers jetzt alles in die Waagschale. Doch mehr als eine Möglichkeit durch den eingewechselten Michael Chukwuemeka Igwe sprang dabei nicht heraus. Der VfB hingegen war in der Schlussphase deutlich effektiver.

    Der für Mats Facklam ins Spiel gekommene Leon Demaj erhöhte in der 93. Minute auf 3:0, nachdem Luca Pätzold gegen den ebenfalls eingewechselten Vincent Hagen noch hatte klären können. Und nur eine Minute später waren die nächsten „Joker“ zur Stelle. Nelio Hemberger, für Vjekoslav Taritas gekommen, hatte den Ball an der Seitenlinie erkämpft und Rafael Brand, der Glory Kiveta ersetzt hatte, sorgte mit einer schönen Einzelleistung für das 4:0 (94.).

    „Wir haben heute gesehen, dass wir gelernt haben, zu verteidigen. Die Mannschaft hat es in Flensburg schon gut gemacht, obwohl wir dort drei Gegentore bekommen haben. Heute haben wir es fortgeführt, noch besser gemacht und verdient gewonnen. Mit der Leistung bin ich bis zum Platzverweis sehr, sehr zufrieden. In Überzahl gab es Situationen, die wir noch schlauer zuende spielen müssen. Der Sieg ist verdient, vielleicht etwas zu hoch, aber dafür muss ich mich nicht entschuldigen“, so VfB-Trainer Dario Fossi nach dem Spiel.