Klares Votum für eine Reform

Initiative kündigt weitere Maßnahmen an

Artikel vom 13. August 2026

Der Artikel wird präsentiert von:

    Der VfB Oldenburg ist Teil der Initiative Aufstiegsreform, die seit Monaten für eine Neustrukturierung der Regionalligen, vor allem aber für eine gerechtere Aufstiegsregelung kämpft. Die bundesweiten Vereinsabstimmungen Ende Juni haben zunächst eines sehr deutlich gemacht: 95,6 % der abgegebenen Vereinsstimmen haben sich grundsätzlich für eine Reform ausgesprochen.

    Dazu teilt die Initiative mit: Das ist eine überwältigende Botschaft. Nahezu niemand hält den bestehenden Zustand für eine dauerhaft akzeptable Lösung. Noch wichtiger ist für uns aber das Ergebnis bei den konkreten Reformmodellen: 50,9 % der bundesweit abgegebenen Vereinsstimmen entfielen auf das Kompassmodell.

    Dabei müssen wir berücksichtigen, dass die Vereine nicht überall über die ursprünglich diskutierte Ausgestaltung abstimmen konnten. Insbesondere die Veränderung der Staffelstärke von ursprünglich 20 auf 18 Mannschaften hat bei zahlreichen Vereinen für erhebliche Irritationen gesorgt. Auch wurde die Abstimmung in Teilen der Vereinslandschaft bewusst öffentlichkeitswirksam boykottiert. Trotz all dieser Umstände hat das Kompassmodell bundesweit die meisten Stimmen erhalten.

    Für uns ist damit klar: Mit dem Kompassmodell liegt weiterhin eine konkrete und mehrheitsfähige Lösung auf dem Tisch.

    Auch die öffentliche Berichterstattung hat die Problematik der vergangenen Wochen sehr deutlich gemacht. Der DFB hat inzwischen selbst erklärt, einen grundsätzlichen Reformbedarf zu erkennen und künftig stärker Verantwortung übernehmen zu wollen. Gleichzeitig wurde mehrfach deutlich, dass die bisherigen Entscheidungsstrukturen und Zuständigkeiten einer tatsächlichen Lösung im Wege stehen. Die vom DFB eingesetzte Arbeitsgruppe hatte sich zudem einstimmig für eine viergleisige Regionalliga ausgesprochen und zwei konkrete Modelle vorgelegt – darunter das Kompassmodell.

    Und trotzdem passiert weiterhin zu wenig

    Leider müssen wir feststellen, dass die Regionalverbände offensichtlich weiterhin maßgeblich darauf setzen, die Problematik über eine mögliche Aufstockung der 3. Liga zu lösen. Das kann aus unserer Sicht nicht die Antwort sein. Denn während über mögliche Alternativen gesprochen wird, bleibt die eigentliche Frage ungelöst: Wie schaffen wir eine faire und dauerhaft tragfähige Aufstiegsregelung für die Meister der Regionalligen?

    Seit Jahren wird öffentlich betont, dass man sich dieser Problematik annehmen wolle. Es wurden Arbeitsgruppen eingesetzt, Modelle entwickelt, Gespräche geführt und Abstimmungen durchgeführt. Aber am Ende fehlt weiterhin das Entscheidende: der Mut, eine konkrete Lösung tatsächlich umzusetzen.

    Genau deshalb müssen wir als Vereine jetzt noch deutlicher machen, dass wir diesen Zustand nicht länger hinnehmen. Mit dem Start aller Ligen haben wir es als Vereine selbst in der Hand, ein deutliches Zeichen zu setzen.

    In der Regionalliga Nordost haben wir damit bereits begonnen. Zum Start der Saison haben sich die Vereine geschlossen an den Protestaktionen beteiligt. In den ersten vier Spieltagen ruhte in allen Stadien jeweils in den ersten 60 Sekunden nach dem Anstoß der Ball. Die Stadionsprecher haben einen gemeinsamen Text verlesen und auch die Fanszenen haben mit kreativen Aktionen auf den Rängen ihre Unterstützung gezeigt.

    Nun werden wir den Protest weiter ausbauen. Ab dem kommenden Spieltag wird der Ball in den Stadien der Regionalliga Nordost zwei Minuten nach dem Anstoß ruhen. Ab dem 7. Spieltag sind weitere gemeinsame Aktionen vorgesehen. Dazu gehören unter anderem gemeinsame T-Shirts mit dem Logo bzw. der Botschaft der Aufstiegsreform2025, die die Mannschaften beim Einlaufen tragen werden.

    Es geht um etwas Grundsätzlicheres: Wir wollen endlich eine faire, nachvollziehbare und mehrheitsfähige Lösung für die Regionalligen.

    Der DFB ist jetzt gefordert. Besonders wichtig wird in den kommenden Wochen die angekündigte stärkere Einbindung des DFB sein. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat nach dem Abstimmungsergebnis erklärt, dass sich der DFB künftig aktiver in den Prozess einbringen und gemeinsam mit allen Beteiligten nach einer Lösung suchen wolle.

    Daran werden wir den DFB messen.

    Wir werden deshalb nochmals einen gemeinsamen Brief an Bernd Neuendorf richten und ihn auffordern, dieser angekündigten Verantwortung nun auch tatsächlich gerecht zu werden.

    Denn eines ist klar: Wenn die Regionalverbände selbst nicht in der Lage sind, eine mehrheitsfähige Lösung herbeizuführen, muss der DFB Verantwortung übernehmen und den Prozess zu einer Entscheidung führen.

    Dass die Vereine der 3. Liga zuletzt ebenfalls mit einem gemeinsamen Statement deutlich gemacht haben, dass die Problematik auf Ebene der Regionalligen gelöst werden muss, begrüßen wir ausdrücklich. Diese Unterstützung ist ein wichtiges Signal und zeigt, dass unsere Forderung längst keine Einzelmeinung einzelner Regionalligisten mehr ist.

    Wir sind nicht gegen Reformen – wir fordern eine Reform.

    Wir sind nicht gegen den Dialog – wir fordern endlich Ergebnisse aus dem Dialog.

    Und wir sind nicht gegen die Verbände – wir erwarten von ihnen, dass sie die Interessen ihrer Vereine ernst nehmen.